systemische Supervision

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Was ist Supervision? Systemische Supervision-Erfolg mit Supervision

Meine Standortbestimmung von systemischer Supervision.

Was ist eigentlich systemische Supervision aus meiner Sicht genau? Für wen ist Sie geeignet?


Systemische Supervision ist zunächst ganz allgemein die begleitende Reflexion von Erfahrungen, Handlungen, Zielsetzungen, Interventionen, Kommunikation und all dem was Menschen noch so tun, wenn sie arbeiten. Vor allen Dingen sind systemisch betrachtet immer die Auswirkungen, die das alles hat, ganz entscheidend. Darum schenke ich den Auswirkungen ganz besondere Aufmerksamkeit. Häufig wird etwas verändert und die systemischen Folgekosten werden dabei ungenügend berücksichtigt.

 

Denn wir alle tun ja im Prinzip alles nur, weil wir denken und glauben, dass es einen Sinn macht und im sozialen Bereich vor allen Dingen für die anderen Menschen mit denen wir es so zu tun haben.

Und da ist es dann leider häufig so, um bei dem blöden aber dennoch immer wieder klugen Bonmot zu bleiben: " Das Gegenteil von gut - ist gut gemeint".

 

Man kann eben nicht alles im Blick haben.

Und an dieser Stelle kommt nun die Supervision mit all ihren verschiedenen Spielarten hinzu. Durch die Vermittlung eines Supervisors soll ein kreativer Dialog zwischen allen Beteiligten unterstützt und angeregt werden. Das führt zu einer Aktivierung und Nutzung der Ressourcen (ist doch ein schönes Wort :)) der Ratsuchenden (Supervisanden) und ermöglicht schließlich die Hilfe zur Selbsthilfe.

 

Da das ganze am Arbeitsplatz stattfindet und die Teams oder die Einzelpersonen oftmals nur ein kleiner Bestandteil der größeren Organisation, des Trägervereins, der Firma, der gGmbH usw. sind, braucht es den Einbezug der institutionellen Bedingungen der Arbeitssituation des jeweiligen Kunden.

 

Meine Grundprinzipien für systemische Supervision sehen folgendermaßen aus:

  • Rapport bedeutet erst einmal wertschätzende Anerkennung dessen was ist. Alles was jemand bisher an seiner Arbeitsstelle getan oder unterlassen hat ist für mich zunächst einmal klasse. Wenn es nicht so wäre hätte der Betreffende es anders gemacht.
  • Utilisieren (nutzbar machen) heißt für mich, die vorhandenen Stärken, vielfältigen beruflichen und sozialen Erfahrungen und bei Teams die Strukturen und Traditionen für die weitere Zusammenarbeit zu achten und zu nutzen.
  • Eigenverantwortung heißt, das zunächst einmal jeder Mensch alle Fähigkeiten besitzt, um seine Probleme (und die hat ja jeder) in diesem Leben zu lösen. Somit natürlich auch für die berufliche Arbeit.
  • Ko-Evolution bedeutet, damit ein Prozess (es wird ja oft vom Supervisions-Prozess gesprochen) entsteht, ist jeder für seine Beiträge und seine Unterlassungen selbst verantwortlich. Das, was jemand sagt oder auch nicht sagt. In der Supervision gibt es immer ausreichend gute Gründe für das was gerade passiert. Passende Strategien werden also gemeinsam von allen Beteiligten erarbeitet.
  • Ziel- und lösungsorientierte Arbeit macht heutzutage sowieso jeder. Aber sie ist trotzdem ein wichtiges Grundprinzip systemischer Supervision. Dazu gehören dann alle Methoden, mit denen diese Haltung gelebt werden kann. Denn das ist ja klar - Lösungsorientiertes Denken ist keine Methode, sondern eine Haltung. Wobei für mich, nachdem ich bei einem meiner Lehrer (Gunther Schmidt) dies erfahren durfte immer ein pendeln zwischen Problemorientierung und Lösungsorientierung geschehen muß. Nur Problemorientierung führt nicht weiter und nur Zielorientierung bedeutet häufig Rapportverlust.

Ziel- und lösungsorientiertes Arbeiten orientiert sich somit an ganz bestimmten Rahmenbedingungen:

  • es aktiviert Ressourcen
  • es weckt die kreative Eigendynamik
  • es führt eher zur Selbsthilfe
  • es ermöglicht neue Perspektiven (überhaupt ist Mehrperspektivität ein entscheidendes Merkmal der systemischen Arbeit)
  • Ein Mehr an Möglichkeiten seine persönliche Autonomie zu bewahren.
  • und sie erhöht die Reflexionsfähigkeit des ganzen Systems in Bezug auf sich persönlich und in Bezug auf das ganze System. Ganz so wie das sein soll :)

Die Klienten der Supervision (die Zielgruppe)

Ich habe beobachtet, dass sich Supervision innerhalb dieses Rahmens in allen Institutionen bewegt. Im übrigen ist hier noch zu sagen, dass natürlich eine Standortbestimmung sehr nützlich ist. Weil manchmal legen sich Supervisoren viel zu selten fest.

 

Sie kann jedoch auch dazu führen, dass etwas sehr einschränkend und suggestiv wird, weil damit die Komplexität und Vielfalt reduziert wird - mit dem Gewinn an Halt und Orientierung. Wenn das ein Ziel ist wunderbar - wenn jedoch nicht, dann ist es gut festgefahrene Muster zu verflüssigen, damit Veränderung überhaupt möglich wird. Darum geht es in Supervision ständig. Entscheiden ob etwas verfestigt oder eher verflüssigt werden soll, um Neuem Raum zu schaffen. Andere Deutungen des Problems zu zulassen hilft häufig den Blick zu weiten und so neue Lösungen zu erschaffen.

Was Supervision nicht leisten kann ist auch wichtig zu wissen.


Supervision ist für mich kein (e):

Smiley Ersatz für regelmäßige Teambesprechungen und Mitarbeitermeetings

Smiley Instrument der Gehirnwäsche und beruflichen Professionalisierung von schlecht ausgebildeten Mitarbeitern (was nicht heißt, das man keine Methoden in Supervision lernt). Generell gibt es jedoch dafür Fortbildungen.

Smiley Ersatz für schlechtes Management

Smiley Ersatz und Kompensationsinstrument für Führungsschwächen von Vorgesetzten und strukturellen Leitungsdefiziten (überhaupt gehören Führungskräfte, Leiter und Management regelmäßig ins Coaching)

Smiley Methode, um fragliche Strukturen oder Bedingungen einer Organisation auszugleichen.

Smiley Allheilmittel für Menschen in helfenden Berufen; ihr Einsatz bedarf immer zuerst einer Standortbestimmung des Betriebes oder der jeweiligen Organisation, um die vorhandenen Bedingungen zu klären und sichtbar zu machen.

Smiley kein Element der Verdachtspsychologie oder je nach Wahl: ein Mittel zur Soziologisierung oder Politisierung oder Gruppendynamisierung


Langfristige und dauerhafte Supervision kann immer die Gefahr bergen und ist daher zu beachten:

Smiley die jeweiligen Kunden (Supervisanden) zu entmündigen und klein zu machen

Smiley die LeiterInnen in Ihrer Funktion als solche zu entwerten (das bekommt der Organisation, dem Team usw. zumeist ganz schlecht Smiley)

Smiley die oft langjährigen Erfahrungen der Kunden und Klienten zu entwerten und gering zu schätzen

Smiley die Fähigkeit zur autonomen Selbstorganisation zu schwächen und die Kompetenz die normal im Leben auftretenden Schwierigkeiten zu meistern, zu verlieren. Jeder verfügt ja über eine gewisse Resilienz mit den Herausforderungen, die berufliche Tätigkeiten mit sich bringt gut umzugehen.

Smiley Abhängigkeitsverhältnisse aufzubauen

Smiley unangemessene Strukturen zu stabilisieren und zu verfestigen - und das kann in Supervision leicht geschehen. Der Supervisor ist kein Unternehmensberater mit umfangreichen Auftragskompetenzen. Dafür braucht es einen extra Auftrag. Dieser wird in aller Regel auch Seitens der Geschäftsführung neu verhandelt und bedarf der Bestätigung.